Nong Kiao - das unerwartete Paradies | Wie es dich an einen wunderbaren Ort, wie Nong Kiao, verschlagen kann, wenn du dich auf Reisen einfach mal treiben lässt, erzähle ich dir hier ...

Hier erzähle ich dir, an welchen wunderbaren Ort es dich verschlagen kann, wenn du dich auf Reisen treiben lässt und dich anderen Reisenden anschließt. So bin auch ich nach Nong Kiao gekommen, einen wirklich paradiesischen Ort, der ursprünglich nicht auf meiner Reiseliste stand. Ja, ich wusste nicht einmal, dass es diesen Ort gibt.

Wie ich nach Nong Kiao gekommen bin

Ich hatte gerade auf meiner Reise durch Südostasien die Grenze nach Laos hinter mich gebracht und überlegte mir, wie es weitergehen sollte. Grob wusste ich, dass ich nach Luang Prabang wollte und das am liebsten mit dem Boot. Die übliche Route über den Mekong wollte ich aber nicht nehmen, weil das eine Massenveranstaltung ist.

Von wo aus ich meine Tour starten könnte, wusste ich bis dahin noch nicht. Das änderte sich, als ich Malte an einer Bushaltestelle traf (mehr dazu in meinem Artikel „Warum du als Alleinreisende nicht einsam bist“).

Malte wollte mit dem Bus nach Luang Namtha, so wie ich, also taten wir uns zusammen und machten dort am nächsten Tag eine Radtour durch die Reisfelder. Ich erzählte ihm von meinen Plänen und er sagte, er hätte gehört, dass man von Nong Kiao aus auf einem kleineren Fluss, dem Nam Ou, mit dem Boot bis nach Luang Prabang herunter fahren könnte. Kurzentschlossen sind wir beide zwei Tage später mit dem Bus nach Nong Kiao gefahren.

Nong Kiao ein kleines Paradies

Nong Kiao liegt direkt am Fluss, der sich zwischen eindrucksvollen Karstbergen hindurch schlängelt. Es gibt gemütliche Restaurants und Bars, man kann sich massieren lassen oder einen Ausflug in die Umgebung unternehmen.

Eigentlich hat dieser Ort nichts Besonderes zu bieten, nur die üblichen Aktivitäten, die man überall in Laos machen kann. Trotzdem konnte ich mich drei Tage später nur schwer wieder von Nong Kiao trennen. Die Atmosphäre war sehr entspannt und lud dazu ein die Seele baumeln zu lassen.

Das Hostel Delilah in Nong Kiao. Vor einem leuchtend rot angestrichenen Haus stehen Tische mit Stühlen, auf denen Leute sitzen. Auf der Straße davor stehen ein Fahrrad und ein Motorrad.

Im Hostel, wo Malte abgestiegen war, war es so gemütlich, dass ich dort oft zum Frühstücken hinging oder einfach im Café saß. In diesem Café traf ich dann auch auf Claudia, die Malte bereits vorher auf seiner Reise kennengelernt hatte. An einem Nachmittag beschlossen Claudia und ich uns zusammen die Pathok Höhle anzusehen, die nur gut einen Kilometer von der Stadt entfernt liegt.

Wir brauchen direkt auf und ahnten nicht, wie abenteuerlich sich dieser Ausflug entwickeln würde. Da es schon recht spät war, waren wir die letzten Touristen an der Höhle. Unterwegs hatten uns andere Reisenden gewarnt, dass uns ungefragt Kinder mit Taschenlampen begleiten und später Geld dafür verlangen würden. Gleich am Eingang, wo man 5.000 Kip (umgerechnet 0,50€) für den Eintritt zahlen musste, warteten wirklich Kinder, die wir nur mit viel Mühe davon abhalten konnten uns zu folgen.

Es dämmerte schon, als wir die Treppe zur Höhle hinauf stiegen. Kaum waren wir oben, kamen uns zwei junge laotische Männer hinterher. Wir bekamen es mit der Angst zu tun und trauten uns schließlich nicht weiter als bis zum Eingang der Höhle, wo eine größere Gruppe Laoten herumstand. Vielleicht haben wir uns da gegenseitig Angst eingeredet, aber die Situation war uns unheimlich. Da wir zwei Mädels alleine unterwegs waren, brachen wir schließlich unser Vorhaben ab und kehrten um.

Diese Geschichte soll dir auf gar keinen Fall Angst vor dem alleine Reisen machen. Uns ist ja schließlich nichts passiert. Du solltest nur immer auf dein Bauchgefühl hören und lieber umkehren, wenn dir eine Situation unheimlich wird. Außerdem habe ich aus dieser Geschichte gelernt, das nächste Mal lieber früher aufzubrechen, wenn ich einen Ausflug machen will.

Am nächsten Tag stiegen wir zu dritt, zum View Point hinauf. Es war heiß, steil und rutschig. Nach dem zweiten Rastplatz wollte ich aufgeben, aber Malte redete mir gut zu und blieb hartnäckig. Ich ließ mich überreden, schaffte es schließlich bis zum Gipfel und wurde mit einer tollen Aussicht belohnt. Hätten wir Schlafsäcke und Jacken dabei gehabt, dann hätte wir oben sogar auf einem überdachten Holzgerüst übernachten können.

Als wir abstiegen, wurde es langsam dunkel und wir mussten uns beeilen, um aus dem unwegsamen Gelände herauszukommen. Im Nachhinein kann ich jedem nur empfehlen, am Morgen zum View Point hinaufzusteigen, genug Wasser und feste Schuhe mitzunehmen. Der Eintritt kostet 20.000 Kip (etwa 2€/Stand 2014), die sich auf jeden Fall lohnen.

Eine Warnung an dieser Stelle: Verlass die ausgetretenen Pfade nicht! Diese Gegend ist zu Zeiten des Vietnamkriegs einer der am stärksten bombardierten Landstriche gewesen und es befinden sich immer noch viele Blindgänger im Boden.

Fazit

Nong Kiao ist wirklich eine Reise wert! Auch wenn unsere Bootsfahrt mit einigen Schwierigkeiten verbunden war (dazu mehr in einem meiner nächsten Artikel), so bin ich trotzdem sehr dankbar, dort gewesen zu sein.

Wieder einmal hat sich für mich gezeigt, dass es gut ist bei der Reiseroute flexibel zu sein und wie schön es ist mit Menschen zu reisen, die man erst unterwegs kennengelernt hat. Ganz wie von selbst ergeben sich die schönsten Abenteuer, wenn du offen für neue Bekanntschaften und Ziele bist.

Berichte mir doch bitte, ob du auch schon einmal „vom Weg abgekommen“ bist und dadurch ein tolles Erlebnis hattest! Was hast du erlebt? Wohin hat es dich verschlagen? Mit welchen Menschen warst du unterwegs und wo hast du sie kennengelernt?

Ich freue mich auf deine Geschichte und natürlich auch über ein Feedback von dir. Hast du etwas ähnliches selbst noch nicht erlebt und Fragen dazu? Dann schick mir diese und ich werde alles was ich dazu weiß mit dir teilen!

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