Hartnäckigkeit zahlt sich aus und am Ende sind Dinge möglich, die angeblich nicht gehen. Diese Erfahrung habe ich gemacht, als ich in Laos von Nong Kiao mit dem Boot weiter nach Luang Prabang reisen wollte. Lies mehr darüber...

In dieser Geschichte wirst du sehen, wie sich Hartnäckigkeit auszahlt und am Ende Dinge möglich sind, die angeblich nicht gehen. Diese Erfahrung habe ich in Nong Kiao gemacht, dem für mich schönsten Ort in Laos, als ich von dort mit dem Boot weiterreisen wollte. Wie es mich dorthin verschlagen hat und was ich dort erlebt habe, erfährst du in meinem Artikel „Nong Kiao – das unerwartete Paradies“.

Boot von Nong Kiao nach Luang Prabang

Nachdem ich schon ein paar Tage in Nong Kiao war, musste ich weiterziehen. Mit Malte, den ich an der laotischen Grenzen kennengelernt hatte, wollte ich von Nong Kiao aus mit dem Boot nach Luang Prabang fahren. Eigentlich waren wir nur deswegen nach Nong Kiao gekommen, doch eine böse Überraschung wartete auf uns. Wir erfuhren, dass inzwischen die Chinesen auf der Strecke einen Staudamm bauten und es deswegen keinen regulären Bootsverkehr mehr in Richtung Süden gab.

Aufgeben kommt nicht in Frage

Man schlug uns vor privat ein Boot zu chartern, um damit wenigstens bis zur Baustelle zu fahren und dann einen Van für den Rest der Strecke zu nehmen. Die Angebote reichten von 150 € bis 300 €. Für uns alleine war das zu teuer, aber auf einem solchen Boot hatten 8-10 Personen Platz. Also fragten wir an den folgenden zwei Tagen alle, die uns über den Weg gelaufen sind, ob sie sich ein Boot mit uns teilen würden. Claudia, die Malte in Nong Kiao zufällig wiedergetroffen hatte, sagte sofort zu, aber alle anderen waren entweder aus Luang Prabang gekommen oder hatten andere Pläne.

Wir waren schon kurz davor aufzugeben und den Bus zu nehmen, aber einen allerletzten Versuch wollten wir doch noch starten. Am dritten Morgen packten wir unsere Sachen und hatten vor am Bootsanleger zu warten, um vielleicht spontan auf irgendeinem Boot mitzukommen. Während Claudia und ich frühstückten, ging Malte noch einmal los. Einer der Tourenanbieter hatte für diesen Tag ein Boot an eine Gruppe Franzosen vermietet, die eigentlich noch Platz hatten. Wir fragten die nach und nach eintreffen Leute, ob wir mitfahren könnten und sie waren einverstanden.

Ein Fischer holte gerade seinen Fang aus dem Fluss Nam Ou, als wir mit dem Boot von Nong Kiao nach Luang Prabang unterwegs waren.

Die Bootsfahrt nach Luang Prabang

Kurze Zeit später ging es los. Das Longtailboat war nur mit sechs Autositzen ausgestattet, also mussten wir hinten mit ein paar Holzbänken vorliebnehmen. Malte machte es sich ganz hinten auf dem Boden bequem, wo er bald von einem jungen Franzosen abgelöst wurde. Knapp zwei Stunden fuhren wir so durch die Landschaft, vorbei an Karstbergen, Stränden und Dörfern. Wir genossen die üppige Natur, sahen wie die Dorfbewohner sich im Fluss wuschen und wie die Fischer ihren Fang einholten. Schließlich kamen wir an besagtem Staudamm an und mussten auf den Van umsteigen.

Der riesige Staudamm riss eine klaffende Wunde in die friedliche Landschaft und ich fragte mich, wie es hier in ein paar Jahren aussehen würde, wenn der Damm fertig sein wird. Wird es die Dörfer, die ich eben gesehen hatte, überhaupt noch geben? Wie wird sich das Leben der Menschen verändern, die seit Jahrhunderten an, von und mit diesem kleinen Fluss lebten? Ich fragte mich, ob der Fortschritt das alles wert war. Die Menschen in Laos lebten zwar sehr einfach, aber auf mich wirkten sie zufriedener, als die gestressten Leute in den Städten der Industrieländer.

Ein riesiger Staudamm versperrte den Weg auf dem Fluss Nam Ou von Nong Kiao nach Luang Prabang.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Ich erzähle dir diese Geschichte, weil ich daraus gelernt habe, dass sich Hartnäckigkeit ausgezahlt. Wir konnten zwar nicht bis Luang Prabang mit dem Boot fahren, aber der Aufwand hat sich allemal gelohnt. Die Fahrt auf dem Fluss Nam Ou mitten durch die wunderschöne Landschaft von Nordlaos war beeindruckend und sicher wesentlich authentischer und stressfreier, als die Massenabfertigung, die wir auf dem Mekong hätten buchen können.

An einem Plan festzuhalten und sich nicht von Hindernissen davon abbringen zu lassen, lohnt sich gleich doppelt. Am Ende bekommst du was du haben wolltest, anstatt dich mit irgendeiner Art „Ersatz“ zufriedengeben zu müssen. Außerdem hast du ein Erfolgserlebnis, das dich zu Recht stolz macht. Es ist der greifbare Beweis dafür, dass du selbst Einfluss auf dein Leben hast.

Wie denkst du darüber? Was sind deine Erfahrungen? Fällt dir auch eine Geschichte ein, bei der sich deine Hartnäckigkeit ausgezahlt hat? Schreib mir davon oder hinterlasse hier einen Kommentar!

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