Warum du als Alleinreisende nicht einsam bistWarum du als Alleinreisende nicht einsam bist

Du bist bis jetzt nicht alleine verreist, weil du im Urlaub nicht einsam sein willst? Ich habe früher genau so gedacht und mich deswegen oft auf Kompromisse eingelassen. Heute weiß ich, dass man als Alleinreisende nicht lange alleine bleibt. In diesem Artikel will ich dir erzählen, wie schnell du auf Reisen Anschluss findest und dir zeigen, dass die Sorge sich einsam zu fühlen unbegründet ist.

Meine erste Tour als Alleinreisende

Bei meiner ersten große Backpacking-Tour habe ich bis zur Abreise gehofft, doch noch eine Begleitung zu finden. Als sich dann herausgestellt hat, dass sich niemand anschließen würde, bin ich mit weichen Knien alleine los. Die ersten Tage waren sehr aufregend und ich habe es genossen mir meine Zeit selbst einzuteilen, ohne auf jemand anderen Rücksicht nehmen zu müssen.

Dann kam mein erster Tiefpunkt. Ich war gerade in Chiang Mai, einer Stadt im Norden Thailands. Dort gibt es viele Touristen und man könnte meinen, schnell Anschluss zu finden. Ich tat mich aber schwer, da ich von Natur aus eher der zurückhaltende Typ bin.

Als mich dann spontan mein Kollege Vinnie dort besuchte, war ich heilfroh, Gesellschaft zu haben. Wir machten zusammen eine Dschungel-Tour und verbrachten vier Tage im Kloster. Nach einer Woche flog mein Reisebegleiter wieder nach Deutschland zurück und ich war wieder allein.

Meine erste Reisebekanntschaft und einige die folgten

Etwas traurig zog ich an dem Tag, an dem Vinnie abreiste, weiter in Richtung Laos. Kurz vor der laotischen Grenze hatte ich in Chiang Khong eine Übernachtung gebucht. In dem kleinen und sehr unspektakulären thailändischen Grenzort ging ich abends etwas essen und hatte eine der nettesten Begegnungen meiner Reise.

Danny, der am Nachbartisch saß, sprach mich an. Er kam aus Leipzig und war auf einer anderen Route unterwegs. Wir unterhielten uns schließlich so gut, dass das Restaurant inzwischen geschlossen hatte, wir aber immer noch an unserem Tisch saßen und bis tief in die Nacht über Gott und die Welt quatschten.

Am nächsten Morgen brach ich wieder alleine nach Laos auf. Auf der anderen Seite des Grenzflusses musste ich vier Stunden auf einen Bus warten, der mich weiter nach Luang Namtha bringen sollte. Dieser unfreiwillige Zwischenstopp mitten im Nirgendwo und die lange Wartezeit stellten sich aber als Glücksfall heraus.

Nach zwei Stunden tauchten ein paar andere Touristen auf und ich kam mit einem von ihnen ins Gespräch. Mit Malte verstand ich mich so gut, dass wir noch eine Woche zusammen gereist sind, bevor sich unsere Wege in Luang Prabang wieder trennten. In dieser Woche trafen wir zufällig in Nong Kiao auf Claudia, die Malte vorher schon kennengelernt hatte und der ich später auch noch einmal in Pakse begegnen sollte. Mit ihr teilte ich mir schließlich auch ein paar Tage ein Zimmer in Luang Prabang.

Als ich weiterfuhr Richtung Vang Vieng, fand ich schon im Minivan meine nächsten Reisebekanntschaften, Carlos, Mian und Craig. So ging es immer weiter und ich habe auf diese Weise viel interessante Menschen kennengelernt. Wir haben uns Zimmer geteilt, sind zusammen gereist, habe viel zusammen unternommen und erlebt. So habe ich eines der aufregendsten Erlebnisse meiner Reise Franzi zu verdanken, die ich ebenfalls in einem Bus kennengelernt habe. Mehr dazu erfährst du in meinem Artikel “So wirst du auf Reisen eigenen Grenzen überwinden”.

Was ich als Alleinreisende gelernt habe

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man viel schneller Leute kennenlernt, wenn man alleine reist. Alle Alleinreisenden suchen Anschluss und trauen sich eher einen anderen Alleinreisenden anzusprechen, als in eine feste Gemeinschaft einzudringen.

Außerdem habe ich festgestellt, dass man in den Regionen, die vom Pauschaltourismus noch nicht eingenommen wurden, viel leichter Leute kennenlernt. Wenn man zusammen mit drei anderen Ausländern in einem Bus mit lauter Einheimischen unterwegs ist, dann hält man ganz automatisch zusammen und hilft sich gegenseitig. Busse und Bushaltestellen sind übrigens die besten Kontaktbörsen auf Reisen.

Du musst als Alleinreisende nicht einsam sein

Du siehst, es gibt gar keinen Grund zu glauben, dass du auf deiner Reise einsam sein könntest. Ich bin wirklich nicht der Draufgängertyp, aber ich habe in neun Wochen 58 nette Reisebekanntschaften gemacht. Mit manchen habe ich nur ein paar Stunden verbracht, mit anderen ein paar Tage oder auch eine ganze Woche.

Sei einfach offen und trau dich Fragen zu stellen, dann kannst du viele tolle Momente mit Menschen verbringen, die genau so ticken wie du. Solltest du dich doch einmal einsam fühlen, dann skype mit deinen Freunden in Deutschland und sei sicher, eine nette Begegnung wartet schon an der nächsten Bushaltestelle auf dich. Zu welchen Abenteuern eine solche Zufallsbekanntschaft führen kann, erfährst du in meinem Artikel “Unterkünfte vorbuchen oder nicht?”.

Ich bin wahnsinnig neugierig, welche Reisebekanntschaften du gemacht hast. Hinterlasse einen Kommentar und erzähle mir welche tollen Geschichten du mit anderen Reisenden erlebt hast.

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